…nochmal Good Bye

Und heute war es dann soweit..

Unser heissgeliebter Kater ‘Boots’ ist von uns gegangen.

Boots, der Bruder von Tigger (siehe vorigen Blogbeitrag), folgte somit seinem Bruder in die ewigen Jagdgründe.

Boots trug diesen Namen schon, als wir ihn 8 Monate alt geschenkt bekamen. Der Name bescheibt seine 4 schneeweissen Pfötchen.

Boots wurde wohl damals zu früh von der Mutter genommen, denn er versuchte damals noch zu säugen.

Wo Tigger ein freies, wildes Wesen war, da war Boots ein enges Familienmitglied. Vielleicht fühlte er sich sogar als Familienoberhaupt…

Er verteidigte sein Revier mit Bravour und war Fremden gegenüber sehr vorsichtig und scheu.

Wenn er mal in der Katzenkiste transportiert werden musste, jammerte oder sang er laut und kläglich.

Am Essenstisch schnappte er sich einen der Stühle (weggegangen, Platz vergangen) und wollte in der Runde mitreden. Wenn kein Stuhl frei war, wanderte er von Schoss zu Schoss.

Schon vor einiger Zeit wurde er dünner, und seine Verdauung wurde schwierig. Wir dachten schon damals, dass der Tierarzt ihn einschläfern würde….

So liebten wir ihn einfach weiter und taten was wir konnten, dass er zufrieden war.

Gestern früh änderte sich das Bild. Er verweigerte Nahrung und war schlapp, schien wie bleiern.

Und heute war er oftmals schon ganz weggetreten, reagierte kaum noch auf Geräusche.

Nach vielen Liebeszuwendungen und Liebesbeteuerungen verstarb er dann heute nachmittag im Garten. Meine Tochter und ich waren bei ihm.

Wie kann ein so kleines Wesen so viel Liebe in uns hervorbringen?

Wie kann so ein kleines Wolleknäuel so viel Liebe in sich tragen und verschenken?

Boots und Tigger waren 14 Jahre Familienmitglieder, haben unsere Kinder aufwachsen gesehen, haben ihnen Liebe gegeben und Lieben gelehrt.

Heute abend sind wir erschöpft nach so vielen Tränen und Emotionen.

Ein wichtiger, unvergesslicher, herzzerbrechender Tag.

Abschied

Heute nahmen wir Abschied von Tigger, unserem lieben, wilden Kater

Wir erbten die Brüder Tigger und Boots vor 13 Jahren, als sie schon 8 Monate alt waren und wohl nicht mehr ganz so süss waren wie zuvor…. zumal schien die Tochter der Inhaberin Interesse verloren zu haben…

Aber unsere drei Kinder und wir verliebten uns in die Zwei inniglich und sofort.

Tigger war immer etwas wild im Sinne von ungezähmt, unzähmbar.

Am ersten Tag sprang er aus dem Toilettenfenster im 1sten Stock. Wir fanden ihn dann in der Gartenhütte.

Tigger war ein exzellenter Kletterer und konnte Bäume hochrasen, als wäre es nichts. Dazu verhalfen ihm seine langen Klauen, und sein langer Schwanz.

Er knetete uns auch mit diesen Klauen – eine recht schmerzliche Liebeserklärung.

Und die Brüder hielten auch immer zusammen, durch Dick und Dünn.

Aber Tigger war freier, liebte Nachbarn, Fremde.

So zog er damals zu unserer lieben Nachbarin, die unter uns wohnte, und liebte sie so wie auch uns. Leider starb die Nachbarin damals an Krebs.

Tigger war ihr sehr wichtig gewesen…

Damals wurde er auch überfahren, brach die Hüfte und lernte doch wieder Bäume klettern!

Als letztes Jahr Boots kränkelte, und wir ihm mehr Aufmerksamkeit gaben, besuchte Tigger öfter eine Nachbarin, indem er durch ihr Küchenfenster im ersten Stock kletterte.

Als ich letzten Herbst länger in Deutschland war, sagten mir meine Kinder, dass sie Tigger länger nicht gesehen hatten…..

Schliesslich zeigte er sich nach meiner Rückkehr am Fenster….aber ich erkannte ihn kaum, da seine rechte Gesichtshälfte stark geschwollen war.

Später erfuhr ich von der Nachbarin, bei der er eingezogen war, dass er Krebs habe und wohl bald eingeschläfert werden müsse….

Er war ihr Lebensretter durch den Lockdown gewesen. Wiedermal hatte er sein grosses, wildes Herz geteilt.

Ich glaubte weiter an seine Überlebenskünste, doch der Tierarzt sah es anders.

Heute morgen sagte sie uns, dass es heute soweit sei, da er vom Maul blutete.

So brachte sie ihn uns für eine halbe Stunde vorher…. nicht alle waren zu Hause.

Wie kann man aber in 10 Minuten alleine mit dem lieben Tier all den Dank und all die Liebe vermitteln ohne zu zerbersten… und dann ist da die Trauer, dass es nicht anders ginge… und die Bitte um Verzeihung, falls man etwas unterlassen hat…..

Im Hause ist es still. Fünf Erwachsene die still trauern, um einen Freund, mit dem sie die langen Jahre der Kindheit, der Jugend, der Familie geteilt haben….

und Boots, der auf unseren Schössen sitzt, denn er spührt es immer, wenn jemand traurig ist.

Heimgang

In dieser Nacht vor zwei Jahren trat mein gelieber Vater über jene Schwelle, über die ich nicht weiter folgen konnte…

Aus ‘Ephides’ von Hella Zahrada

Alle Photos und das Video nahm ich an dem folgenden Tag in Kassel auf, als ich die Einsamkeit suchte.

Schneeflocken aus blauem Himmel

Da schien es mir, als ging ich nicht allein… 💛


Aus ‘Ephides’ von Hella Zahrada

Der Himmel über London

Heute war der Himmel blau, blau und blau…

Nicht zu übersehen waren dabei die Zauberwesen, die ihre seidenen Blütenblätter aus dem winterlichen Holz geschoben hatten und das tiefe Blau verzierten !

Manche schienen fast um Aufmerksamkeit zu kämpfen..

Und auch das seichte Gewässer spielte, spiegelte mit !

Und dann gabs solche, die bewusst den Himmel mit ins Bild einplanten…

Hmmm sogar die grünen Papageien, die hier in grösseren Gruppen auftreten, sahen den Vorteil des blauen Hintergrunds…

Ein wunderbarer, abgerundeter Tag, finde ich ….!

😊

Auf dem Weg zum Kompost….

Die Vögel baden wie wild in unserer Vogeltränke…

… da stockt mein Schritt…

…. wie, wo, wann haben diese Kokusse sich aus dem Matsch geschält?

Wie konnte sich mir diese Wunderentwicklung verbergen?

Die warme Luft (16′) und etwas Sonne lässt das Herz höher hüpfen!

Auf einmal fasst es wieder Hoffnung in eine gute, neue Zeit.

Die Natur schafft fröhlich weiter, und lässt sich von unseren komischen Problemen nicht ablenken!

Auch im Tümpel, auf dem vor ca einer Woche noch Eis war, höre ich Bewegung.

Die Frösche, die unterm Wasser im Schlamm geschlafen haben, wachen auf, und bald wird das grosse Paarungsspektakel beginnen…

Was der Fluss wusste..

Gestern machte ich einen langen Spaziergang am Fluss entlang.

Die Themse führt ja Brackwasser vom westlichen Teil Londons (Teddington = tides end), wo die Gezeiten enden, bis zur Flussmündung. D.h. der Fluss ist mit Meerwasser während der Flut vermischt, und erscheint so viel breiter, als er wirklich ist.

Ich liebe diesen wechelhaften, temperamentvollen Fluss schon über 25 Jahre lang, seit ich auf einem Hausboot täglich zweimal auf den Wellen schwebte, und täglich zweimal auf dem Londoner Schlamm sass.

Die Themse, auf deutsch weiblich, ist im Englischen als ‘old father Thames’ (altes Väterchen) bekannt.

Ich liebe die schlammigen Wellen, die mal braun, mal blau, mal silbern oder golden erscheinen, je nach Witterung.

Ich liebe die Ufer, die von Kieseln und manchmal Sand bedeckt sind, sowie jede Menge lebendiger Geschichte:

Münzen, Tonpfeifen, Schafsknochen aus der Zeit der Römer

Blauweisse Tonscherben aus der viktorianischen Zeit

Riesige Nägel, Metallteile, Seile, Holz aus all den Zeiten seit Beginn der industriellen Revolution

Rundgewaschene Glasscherben, Flaschen modernerer Herkunft

Und weiter strömt der Fluss……

Da denke ich an das Gedicht von R Kipling:

TWENTY bridges from Tower to Kew –
Wanted to know what the River knew,
Twenty Bridges or twenty-two,
For they were young, and the Thames was old
And this is the tale that River told:

Dieses Gedicht, ich werde es weiter unten in seiner Gänze posten, beginnt mit der Vorschichte und endet mit der Invasion der Wikinger.

Was hat der Fluss seit dem gesehen, erlebt, erduldet?

Hier ein paar Eindrücke:

Royal Naval College, Admiralsschule und Ausgangspunkt des Empires
Im Hintergrund das Royal Observatory, Ort des nullten Längengrades und wo die Harrisuhr erfunden wurde, womit zuerst Längengrade berechnet werden konnten
Cutty Sark, schnellster Tea Clipper, womit Tee und Gewürze von Übersee geholt wurden
Transportbrücke für Kohle für altes Dampfkraftwerk
Der Finanzdistrikt, Haupteinkommensquelle des Landes…
‘A Slice of Reality’ ein Kunstwerk
Finanzdistrikt im Hintergrund, nullte Längengrad passiert durch den weissen Pfahl rechts
Spiegelung in Pfütze
Themse im Gegenlicht

p.s. alle heutigen Photos von mir


A River’s Tale

(by R. Kipling)


TWENTY bridges from Tower to Kew –
Wanted to know what the River knew,
For they were young, and the Thames was old
And this is the tale that River told:-

“I walk my beat before London Town,
Five hours up and seven down.
Up I go till I end my run
At Tide-end-town, which is Teddington.
Down I come with the mud in my hands
And plaster it over the Maplin Sands.
But I’d have you know that these waters of mine
Were once a branch of the River Rhine,
When hundreds of miles to the East I went
And England was joined to the Continent.

“I remember the bat-winged lizard-birds,
The Age of Ice and the mammoth herds,
And the giant tigers that stalked them down
Through Regent’s Park into Camden Town.
And I remember like yesterday
The earliest Cockney who came my way,
When he pushed through the forest that lined the Strand,
With paint on his face and a club in his hand.
He was death to feather and fin and fur.
He trapped my beavers at Westminster.
He netted my salmon, he hunted my deer,
He killed my heron off Lambeth Pier.
He fought his neighbour with axes and swords,
Flint or bronze, at my upper fords,
While down at Greenwich, for slaves and tin,
The tall Phoenician ships stole in,
And North Sea war-boats, painted and gay,
Flashed like dragon-flies, Erith way;
And Norseman and Negro and Gaul and Greek
Drank with the Britons in Barking Creek,
And life was gay, and the world was new,
And I was a mile across at Kew!
But the Roman came with a heavy hand,
And bridged and roaded and ruled the land,
And the Roman left and the Danes blew in –
And that’s where your history-books begin!”

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