Wege aus der Krise…? Wege aus der Angst…?

In meinem letzten Blog befasste ich mich mit dem inneren Kampf, zu dem mir die Geschichte mit den zwei Wölfen einfiel.

Dieses Thema hat mich innerlich seitdem sehr begleitet, und ich habe es versucht, von verschiedenen Seiten zu betrachten:

Es ist wahr, dass die Welt, unsere Gesellschaft, unser Inneres vielfältig, vielfarbig und vieldimensional ist, wozu auch alle Schattierungen und Polaritäten gehören.

Es zeigt sich sogar, dass gerade die schwierigen Aspekte und Erlebnisse oft zum Nährboden der Erkenntnis und Umwandlung werden, d.h. die Dualität von Licht und Schatten essenziell ist.

Und nun zurück zu den 2 Wölfen….

Ich komme nicht an dem Bild der zwei Energien vorbei. Damit meine ich nicht Schattenseiten meines Charakters, oder Schattenseiten der Gesellschaft oder unangenehme Auseinandersetzungen.

Ich meine den Lebensstrom, den Energiestrom, der dahinter fliesst.

An diesem Punkt der Verbindung gibt es nur ein entweder – oder, keine Grautöne. An oder Aus.

Eine liebe Freundin, die jung an Krebs verstarb, machte in ihren letzten Lebensmonaten eine Meditation mit, und berichtete mir danach von ihrer Erkenntnis:

Es gibt nur Liebe ODER Angst, diese zwei können nie gleichzeitig existieren.

Daran fühle ich mich erinnert.

Und nun im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Krise und meiner Suche nach Ansätzen und Beobachtungen meiner Innenwelt, bleibe ich bei meiner ersten Aussage:

Der Wolf siegt, den ich füttere.

Damit weise ich auf die Urströme hin, deren Kanalisation wir innerlich entscheiden, denen wir Schleusen öffnen oder verschliessen.

Oder ‘moderner’ ausgedrückt, meine ich den Sender, auf den wir uns einstellen. Denn zwei Sender können wir nicht gleichzeitig hören.

So sehe ich dies als einen Ansatz zu Wegen aus der Krise:

Aus der Liebe oder aus der Angst zu handeln.

Da muss man freilich manchmal etwas graben, um zu erkennen, von welchem Strom der Baum gewässert wird…!

Aus der Angst gesehen, werden beide Seiten der Krise zu Albträumen: entweder Krankheit und Tod oder Gesundheitsdiktatur.

Aus der Liebe betrachtet öffnen sich verbindende Möglichkeiten, Immunitätsstärkung, neue Ansätze für das Gesundheitswesen, Gemeinwohl etc.

Hier ein gutes (langes) Interview, was an dieses Thema anschliesst:

https://player.vimeo.com/video/505666405


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Der innere Kampf

Im Gespräch beschrieb ich in letzter Zeit oft einen inneren Kampf, der sich täglich in mir abspielt.

Ein Kampf zwischen zwei starken Kräften, die beide um meine Aufmerksamkeit kämpfen.

Die eine Kraft sagt: ‘ Du musst dieses gegenwärtige Geschehen mit seinen Akteuren und deren Beweggründen verstehen, um es zu bekämpfen, denn es will der Welt nichts Gutes’.

Die andere Kraft sagt: ‘Du musst Dich nur dem Guten, der Heilung dieses Geschehens verbinden, um einen Gegenpol dazu zu bilden’.

Beide scheinen Recht zu haben.

Ich beobachte:

…nach dem Eingehen auf die erstere Kraft fühle ich mich erschöpft und ungehalten.

…nach dem Eingehen auf die Letztere fühle ich mich gestärkt und zuversichtlicher.

Dazu fiel mir heute die Parabel von den zwei Wölfen ein, die von den Cherokee Indianers stammt:

Die Geschichte von den zwei Wölfen

Eines Abends erzählte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkelsohn am Lagerfeuer von einem Kampf, der in jedem Menschen tobt. 

Er sagte: „Mein Sohn, der Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten, die in jedem von uns wohnen.

Einer ist böse. Er ist der Zorn, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, die Arroganz, das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen, der falsche Stolz und das Ego.

Der andere ist gut. Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Großzügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.“

Der Enkel dachte einige Zeit über die Worte seines Großvaters nach, und fragte dann: „Welcher der beiden Wölfe gewinnt?“

Der alte Cherokee antwortete: „Der, den du fütterst.“

Was bewegt dies in Dir?


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Spiegelungen – was geschieht in mir?

Das Thema Spiegelung hat mich schon immer fasziniert:

Eine Spiegelung ob im Spiegel oder einer spiegelnden Oberfläche hat etwas Fesselndes und für mich oftmals Atemberaubendes, so als gäbe es ein Fester in eine andere Welt.

Immer wieder enthalten meine Fotos Spiegelungen, und sei es die Spiegelung des lichten Himmels im Wassertropfen, was ihn hell erleuchtet zeigt, oder die weissen Wolken, der helle Himmel, die sich in einer schmutzigen Pfütze spiegeln, oder Menschen und Lichter auf nasser Strasse.

In mir regt sich dabei wie eine Sehnsucht, ein inneres Weiten, ich fühle, wie sich meine Welt, meine Sichtweise vergrössert, und wie die Luft reichhaltiger und frischer scheint.

Was passiert hier wohl?

Ist es der Wunsch nach mehr Tiefe, Reichhaltigkeit? Ist es ein Ahnen einer jenseitigen Welt, eines erweiterten Bewusstseins? Oder ist es Wissen?

Ich bemerke bei mir auch ein inneres Orientieren … ein Vergleichen, ein Relativieren, so als suchte ich mein Verhältnis, meinen Standpunkt, meinen Winkel zu der Spiegelung und dem Original, bzw dieser zu einander…


Und was geschieht, wenn sich Spiegelung und Nicht-Spiegelung, d.h. Wasseruntergrund vermischen, ineinander fliessen?

Ich fühle mich beim Anblick gefordert.. aber nicht im Kopf, sondern in der Herzgegend… was geht hier vor sich?


Und hier eine Lichtspiegelung: die Morgensonne auf dem ‘Shard’ (shard = Glasscherbe, ein Hochhaus in London).

Doch Lichtspiegelung ist falsch, denn jede Spiegelung ist nur durch Licht möglich. Im Dunkeln gibt es keine Spiegelung.

Was macht diesen Wissen mit mir?

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Matsch und Diamanten

Januar und Februar sind jedes Jahr die längsten Monate hier in London: Kein Schnee, keine Eiszapfen, keine Eisblumen, kein Schlittenfahren, keine Winterzauberwelt. Dafür aber grau in grau, kalter Regen und Matsch!

Es ist wie ein Atemhalten, bis doch irgendwann ein erstes Zeichen des wiederkehrenden Jahres sich zeigen mag…

Und so stapfte ich durch das schwere Nass und plötzlich hüpfte mein Herz:

Überall Diamanten!!

Die graue Gestalt in diesem Bild fiel mir erst später auf….


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Goldspuren

Mein Weg versperrt von dunklen Wänden und Gestalten, fiel mein Blick auf die Spuren geschmolzenen Goldes, die sich ganz fein, wie Adern den Weg bahnten. Da sah auch ich den Weg voraus wieder.

Beim Malen dieses Bildes war ich dann überrascht, dass das Gold sich nicht vor mir den Weg bahnte, sondern machtvoll von oben eindrang. Scheinbar unwiderstehlich.

Da kann ich wieder frei atmen!

Die Ruhe im Sturm

Ich fühle mich von den Ereignissen in 2020 tief bewegt, umgerührt und durchgeknetet.

Auch Bilder von dunklen, drohenden Tsunamis hatte ich geträumt, wo der einzige Ausweg nach oben war.

Kürzlich empfand ich mein Dasein wie in einem Hurricane, in dessen Mitte das Auge des Sturms wie ein Ruhepol der Ausgeglichenheit und Sicherheit erschien:

The Eye of the Storm

This closing year
Where did it go
A whirlwind for sure
And yet so slow

Feelings so wide
Stretching my heart,
Squeezing me tight
Pulling apart

The darkening days
The flicker of light
In the swell of the storm
The deepest of night

Twisted and churned
Opening wide
Charred and burnt
Starting to glide

An inner space
A leap of the heart
Sun on my face
Hope at the start

Dangers abound
Darkness as form
Blue light above
In the Eye of the Storm

(JB 24.12.2020)

Ich habe nun erkannt, dass der einzige sichere Weg durch die kommende Zeit des Zerfalls, der Umwandlung und des Neuanfanges der Weg der inneren Mitte ist, im Auflick und Vertrauen auf die Kraft, die uns lebendig macht, von der wir geschützt und getragen werden, wenn wir sie einlassen, und die uns zerschlagen kann, wollten wir uns entgegenstellen.

In diesem Sinne stelle ich nun dieses meditative Video an den Anfang von 2021:


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Watch “Eine aussergewöhnliche Rede in aussergewöhnlichen Zeiten” on YouTube

Foto aus WordPress online library

Dies war das berühmte Photo ‘Earth Rise’ oder ‘Erdaufgang’, welches von den Astronauten der Apollomission aufgenommen wurde.

Die Astronauten waren damals tief bewegt von diesem Anblick unseres Heimatplaneten, der wie eine blaue Murmel im Schwarz des Alls schwebte…so fern, so klein, so zerbrechlich, so unendlich geliebt.

Dieses Bild wurde zum Symbol und Anfang der Umweltschutzbewegung.


Nun, in dieser gegenwärtigen Zeit des Zerfalls und der Umwandlung, diese wunderbare Rede aus Bolivien:

Die grosse Annäherung

Zum Glück ging ich gestern nach Sonnenuntergang mal kurz in den etwas höhergelegenen Park (Mountsfield Park, London), um meinen Blich nach Südwesten zu wenden….. und da sah ich die Zwei, Jupiter und etwas schwächer Saturn. Sie waren nah, und dennoch hielten noch etwas Abstand.

Leider sind diese Handyfotos nicht klar genug, aber die wunderbare Stimmung kommt vielleicht dennoch rüber?

Hier leuchtet der Halbmond durch einen winterlich kahlen Baum.

Heute, am 21. Dezember, dem Tag der grössten Annäherung, ist hier in London der Himmel leider bedeckt. Vielleicht war das meine einzige Chance?


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Ein Radiointerview

Gestern hörte ich im Radio ein Interview mit Terry White. Ich erinnere mich, wie er damals aus der Gefangenschaft entlassen wurde.

Damals, im Jahr 1992 war ich schon zwei Jahre in Grossbrittannien und erinnere mich, wie schockiert ich von seinem Schicksal war.

Terry White hatte seit 1980 für die anglikanische Kirche d.h. den Erzbischoff von Canterbury in der Geiselverhandlung gearbeitet, und es war ihm gelungen, viele Geiseln zu befreien.

Und dann wurde er 1987 selbt in Beirut als Geisel genommen und verbrachte 5 Jahre in Einzelhaft.

Das Radio Interview fand im Zusammenhang mit Corona und den psychischen Problemen der Isolation und Vereinsamung statt.

Ich schaltete unverhofft zu, und war unmittelbar gebannt:

Hier sprach Jemand mit fröhlicher Stimme von 5 Jahren, in denen er alleine in einem dunklen Raum ohne Fenster mit Händen und Füssen an die Wand gekettet war.

Wie kam es, dass er nicht verrückt wurde, wie es so oft in ähnlichen Situationen geschieht?

Er sagte sich, dass sie ja seinen Körper zerstören können, aber an seine Seele, sein Menschsein nicht herankommen.

So schrieb er innerlich sein erstes Buch. Schrieb auch innerlich Gedichte und kommunizierte später auch durch Klopfen an die Wand mit anderen Geiseln.

Das Interview verurachte eine Lawine von Telefonanrufen und Emails im Radiostudio: Menschen, die unter diesem Lockdown gelitten hatten, schöpften neuen Mut, und sagten, dass sie nun eine neue Perspektive erhalten hatten.

Auch meine Tochter, die zufällig mithörte, sagte, dass bei ihr nun alle persönlichen Sorgen verflogen seien.

Für mich war dies auch ein Hoffnungsstreifen am Horizont, denn in einer Zeit der zunehmenden KI und der neuen Konzepte wie Transhumanismus (Brain Machine Interface) wird die Frage nach dem Menschentum immer lauter:

Was trennt uns von der Maschine, die unsere Gehirnarbeit in vielen Fällen übersteigt? Was heisst es, Mensch zu sein?

Es erinnert mich an die Versuche der Vergangenheit, die Seele durch Disektion des menschlichen Körpers zu finden. Dieses Nichtfinden führte dann zu einem immer ausgeprägteren materialistischen Weltbild der Wissenschaften und Medizin.

Diese Entwicklung war sicherlich wichtig, um dem blinden Glauben des Mittelalters entgegenzuwirken und die Natur und ihre Gesetze genau zu studieren und nicht mit kirchlichen Dogmen zu überlagern.

Doch nun stehen wir am Tor zu einem neuen Daseinsabschnitt, in dem unsere Menschlichkeit so bedroht ist, dass wir sie entweder verlieren, oder zu einer neuen Höhe entwickeln. Der Zwang der Umstande wird uns dabei helfen, denke ich.

Vielleicht kommen wir dann dahin zu erkennen, wo der Sitz unseres Menschseins ist, was es bedeutet menschlich zu sein und was der Sinn und damit die Aufgabe unseres Daseins ist?

So wie die Schrift auf dem Apollotempel schon befahl: Mensch, erkenne dich selbst!


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O Du Stille Zeit…

So fängt eine Liederinnerung meiner Kindheit an, mit welcher ich auch meine Kinder nächtlich in den Schlaf sang. Und das innere Bild leuchtet noch immer gleich.

O du stille Zeit….

…in die wir nun gehen. Immer dunkler wird es nun und schon in zwei Tagen, am 21. ist der tiefste, dunkelste Punkt, der Wendepunkt erreicht: die Wintersonnenwende.

Gleichzeitig ist in diesem Jahr eine sehr seltene Konstellation zwischen den zwei grossen Planeten Saturn und Jupiter zu sehen, die sich so nah stehen werden, dass sie vorraussichtlich wie ein grosser, heller Stern erscheinen werden.

Eine solche Konstellation geschieht ca alle 400 Jahre, aber in dieser entsprechenden Form fand sie wohl zuletzt im Jahre 1226 statt.

Und dann ist der 21. Dezember auch im Vorchristlichen der Beginn der Raunächte, welches die 12 Tage vom 21. Dez bis 1. Jan sind. Im Christlichen wurden dann daraus die 12 heiligen Nächte von 24. Dez bis 6. Jan.

Ich fühle mich besondern dem Ersteren hingezogen, da die christlichen Daten ja kirchlich festgelegt wurden, wobei die vorchristlichen sich nach den kosmischen Ereignissen richten. Aber beide haben den gleichen symbolischen Wert.

Ich dachte immer, dass Rauh-Nächte (heute ohne h) etwas mit Rauh-reif zu tun hätte, aber es hat tatsächlich mit Rauch zu tun. So nahm man in diesen Tagen Abschied vom alten Jahr, verdaute alles nochmal und bereitete sich auf das neue Jahr vor.

Da ging die Familie dann singend mit Rauch/Räuchereien durch das Haus, nahm Abschied und reinigte das Alte mit dem Rauch. Manche Menschen umarmten auch ihre Obstbäume in diesen Tagen.

Die 12 Raunächte standen auch für die 12 Monate des neuen Jahres, wo man ganz genau auf die Witterung achtete, um das Jahr im voraus schon zu erkennen, besonders auch im Hinblick auf Saat und Ernte.

Die Konstellation von Jupiter und Saturn am 21. Dezember steht bei 0 Grad im Wassermann, was einen Neuanfang signalisiert. Und so gehen wir in eine stille, innere und doch neue Zeit!

Die äusseren Ereignisse scheinen etwas ganz Anderes zu signalisieren…. aber vielleicht ist es ja so wie bei den Dinosauriern, als das erste Säugetier ganz klein als Maus entstand und sich erst verbreiten konnte, nachdem die Dinosaurier durch den Meteoriten und die folgende Kältezeit ausstarben: denn die Maus war das erste warmblütige Tierchen…

Vielleicht gibt es ja nun wieder einen Evolutionsschub? Aber ich denke, diesmal eine Evolution des Inneren…?


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